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Authentizität

– betrachtet mit der Integral-Lupe –

“Sch**ß auf Authentizität & lebe Dein volles Potenzial!” Das war mein erster Impuls für die Artikel-Überschrift.

Wenn Du eine Bestätigung für Deine Meinung suchst, Authentizität ist das Geilste, was es gibt, wirst Du hier nur teilweise fündig.

Bei meiner Reflektion über “Authentiztität” aus integraler Sicht bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass sie ein wertvoller Entwicklungsschritt in Richtung Vollkommenheit, integraler Wirksamkeit und integraler Kommunikation sein kann. Wer sie jedoch als “Endstation Sehnsucht” betrachtet, zimmert sich schlimmstenfalls die Treppe in eine Depression.

Wie wäre es also, wenn Du mich dennoch oder gerade deswegen auf meinem “Gedanken-Gang” zum Thema Authentizität begleitest?

Zunächst an all die Coaches, die ihren Klienten zu (mehr) Authentizität verhelfen

Danke, danke, danke!

Ihr macht einen Superjob!

Authentizität ist ein wichtiger und häufig sogar entscheidender Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung bzw. Potenzialentfaltung. Und was, wenn das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist, sondern erst der Anfang? Wenn Du wissen willst, wohin Dich selbst die Reise tragen kann, dann wäre vielleicht dieser Workshop etwas für Dich?

Es war ausgerechnet ein Coach, dessen Thema Authentitzität ist, der mir das Tor zur integralen Welt öffnete und durch das ich ganz offensichtlich dann auch durchschritt.

Und alles endete ziemlich abrupt, als ich von dort aus ziemlich heftig – und äußerst authentisch (hüstel) an seinem “Weltbild” (oder seiner “Box”) rüttelte. Das ist jetzt über drei Jahre her…

Wie wäre es, wenn wir uns nun gemeinsam anschauen, was auf Authentizität als nächstes folgen könnte?

Authentizität – Dein altes Gefängnis, nur jetzt mit Gardinen vor der Gittern und Blümchentapete an den Wänden?

Was, wenn Authentizität Dich mit größter Zuverlässigkeit gefangen hält in Deinem Käfig des Gedachten, Gefühlten, Erlebten, Ersehnten?

Authentisch ist jeder, der komplett in seiner von ihm definierten Rolle aufgeht:

Der Despot, der Narzisst, der Nerd, das Chefzäpfchen, der Kümmerer, der Abenteurer, der Entertainer, der Diplomat, der Rebell etc.

Dank Authentizität wird aus dem berechnenden Egomanen nun ein mutiger Haudegen und der ewig nörgelnde “Reichsbedenkenträger” zum wertvollen Querdenker.

Authentizität ist also, wenn jeder da bleibt, wo er (am besten) ist: in seiner Bewertungsbox, seinen emotionalen Anhaftungen an Ansichten, Bewertungen, Urteilen etc. (und übrigens auch der unbewussten biometrischen Nachahmungsmuster).

Genaugenommen verharrt er sogar in seiner Angstbox. OMG, Authentizität und Angst, wie geht das zusammen?

“Jetzt dreht sie völlig durch!”, kommt’s Dir in den Sinn? Wenn Du jetzt hier aussteigst, kann ich das verstehen.

Doch vielleicht reizt es Dich ja sogar noch mehr, tiefer einzusteigen? Wunderbar…

Die Konditionierung (und Beschränkung) auf das Rollenbild – biologisch sinnvoll

Was in dem Video nicht erwähnt wird, ist das psychologische Modell, das dahintersteckt. Vielleicht fragst Du Dich, was die treibende Kraft ist, eine “Rolle” einzunehmen und sich so stark mit ihr zu identifizieren, dass Du damit Eiweißmoleküle programmierst? Und überhaupt: womit programmierst Du sie? Mit Sprache (Verhalten, Fühlen, Denken, Bewertung, Ansichten etc.). Und was ist die Kraft dahinter? Angst! Empfehlenswerte Literatur dazu: Vier Grundformen der Angst.

Das heißt also: jedes Mal, wenn Du in Deiner definierten Rolle lebst, lebst Du im Überlebens- und Angst-/Schmerzvermeidungsmodus. Aber Du bist total authentisch dabei! Und inwiefern hilft Dir diese Authentizität in kritischen Situationen? Wenn Dir beispielsweise jemand – ohne sich dessen bewusst zu sein – Dir die Schattenseiten Deines absolut schlüssigen Rollenspiels um die Ohren haut? (Etwas, was ich übrigens damals noch etwas unreif eben genau mit jenem Coach gemacht habe. Ihre Reaktion: Boxentür zu, aus die Maus. Ich vermisse sie bis heute beinahe täglich). 

Authentizität macht Dich zu etwas “Solidem”

Wie klingt das für Dich: “Solide”?

Was verbindest Du damit? Behaglichkeit? Zuverlässigkeit? Berechenbarkeit? Greifbar und vorhersehbar? Indiviualität? Identität?

Und gleichzeitig / oder vielleicht auch: Begrenzung? Abgrenzung? Getrenntheit? Steuerbar und manipulierbar?

Tatsächlich: wer sich authentisch verhält, macht es anderen leicht ihn “einzuordnen”. Schublade auf, rein mit Dir, Schublade zu.

Dann sitzen da also um den Meetingtisch acht völlig authentische Menschen – und wo ist da die Verbindung? Gerade, wenn es schwierig wird? Wie sollen da Lösungen gefunden werden, die alles bisher Gedachte in den Schatten stellen und die wirklichen Fortschritt bedeuten würden, wenn alle in ihren Boxen über sich und den anderen zementiert sind? Und permanent abgleichen:

a) Bin ich glaubwürdig, schlüssig?

b) Ist der / die glaubwürdig, schlüssig?

In welche Richtung bewegen wir uns gedanklich, wo halten wir uns auf, wenn wir etwas abgleichen?

Richtig, immer in der Vergangenheit. Der Referenzpunkt für den Vergleich oder Abgleich liegt immer in der Vergangenheit. Kein Wunder also, dass so viele Entscheidungen, die an diesem und millionen anderer Meetingtische getroffen werden irgendwie immer an etwas “schon Dagewesenes” erinnern. Copy – paste. Different generation, same shit. Authentizität vermag es also auch kaum die evolutionär und kulturell bedingten biometrischen Nachahmungsmuster aufzubrechen. Und als ob das noch nicht genug wäre… Sie hat noch einen Nachteil.

Authentisch “funktionieren”

Was “solide” ist, kann gesteuert werden. Wie eine Waschmaschine.

Und es kann ausgetauscht werden, wie eine Waschmaschine. Und manipuliert werden.

Das ist das, was Gerald Hüther in seinen Würde-Vorträgen mit “Objekten” meint.

Objekte sind nicht miteinander verbunden und auch nicht in sich mit sich und vor allem seinen ganzen Potenzialen. Sie laufen nach Programmen ab (von denen Glaubenssätze nur kleinste Codeschnipsel sind).

Mit dem großen Unterschied: Waschmaschinen können sich nicht mit anderen vergleichen, keine Selbstzweifel hegen und auch keine Depressionen bekommen.

Denn, nur weil sich jemand als “Original” oder “Unikat” empfindet, was er durchaus auch in einer authentischen Bewusstheit auch ist, heißt das noch lange nicht, dass er vor Selbstzweifeln gefeit ist.

Was, wenn “Original” sein, eben nicht “genug” ist? Oder für genau “dieses” Original keine Verwendung besteht? Oder wenn man die Vorzüge dieses Original melkt wie eine Kuh, bis sie keine Milch mehr gibt? Oder wenn man ihr – den “Mangel” und die “Angst” wissend – immer die Karotte vor die Nase hält, genau so weit, dass sie sieht, aber nie danach greifen kann?

Zwar ist ein Auto mit Sonderlackierung, Spezialfelgen, Turbo-Chip und individueller Motorisierung sicherlich ein Unikat. Aber eben nur ein Objekt. Wenngleich auch eines, das man sehr liebgewonnen hat oder liebgewinnen kann…

Und es erfüllt Erwartungen, wie eine Waschmaschine. Soll das unsere wahre Daseinsberechtigung sein? Die Erwartungen anderer Erfüllen? Auch die Erwartungen, ein “Original” zu sein, ist eine Erwartung!

“Vollkommen” (verantwortlich, verbunden und frei) – die neue Authentizität?!

Was, wenn beispielsweise (selbsterklärte) und sehr authentische Perfektionisten in Wahrheit “nur” auf der Suche nach ihrer eigenen, verlorenen Vollkommenheit sind und ihre “Detailverliebtheit” nur eine Art “Ersatzbefriedigung” ist? Weil sie nicht definieren können, wonach sie sich wirklich sehnen?

Was wird passieren, wenn sie zum ersten Mal das Tor zu ihrer Vollkommenheit aufgestoßen haben?

Wie werden sie sich fühlen? Wird es für sie noch überwältigender sein, als für alle anderen?

Erstaunlicherweise war unter meinen Klienten bisher kein einziger Perfektionist.

Alle bisherigen Klienten (denen “authentisch” nicht mehr genug war)  beschreiben ihr erstes Erlebnis mit integraler Sprache am häufigsten mit einer “Tür” oder “Seelentür”, die sich für sie geöffnet hat. Sobald sie dann auch selbst in der integralen Haltung angekommen sind, empfinden sie sich nicht mehr nur als “Originale” oder “Unikate”, sondern als Wesen von unendlichen Potenzialen und einer Art vibrierenden, grenzenlosen Wirksamkeit. Angstfrei, befreit von Limitierungen, ausgesöhnt, befriedet, beglückt, beseelt, selbstsicher, angekommen, verbunden mit sich, eins mit sich und der Gewissheit:

  • alles schaffen zu können
  • alles und jeder sein zu können
  • verantwortlich, verbunden und frei zu sein
  • alles ist möglich

Sie sind fortan weder steuerbar noch manipulierbar. Sind sie auch glaubwürdig? Jede Sekunde, jedoch ohne gefangen in einer Box zu sein. Für die “Boxenluder” jedoch, also diejenigen, die sich selbst noch gern in Boxen rumtreiben und andere auch dort am liebsten sehen, ist es am Anfang noch etwas ungewöhnlich…

Vollkommenheit = losgelöstes, multidimensionales, absichtsfreies SEIN und Wirken aus Raum und Frequenz

Wer mit diesen Menschen in Kontakt kommt erlebt eine nie gekannte Art der Verbindung. Der kommunikative Austausch (der teilweise schon auf Websites seinen Anfang nimmt) öffnet Räume Sie fühlen sich zum ersten Mal seit langem als “Ganzes” wahrgenommen, also über ihr Rollenbild hinaus mit ihren ganzen Potenzialen und Möglichkeiten, derer sie sich selbst häufig noch gar nicht bewusst sind.

Gespräche werden zu Feuerwerken an Möglichkeiten, Inspiration und innerer Freude. Sie wirken wie eine Ermutigung, Einladung und Inspiration, über sich hinauswachsen zu wollen. Und wer diese Einladung annimmt, wird von dieser Begegnung noch seinen Enkeln erzählen.

Nämlich von diesem Augenblick, in dem sich alle als “Subjekte” begegnet sind und sich als eigenverantwortliche, freie und gleichzeitig miteinander verbundene Wesen empfunden haben, die sich in Raum und Frequenz und einer Haltung der Möglichkeiten begegnet ist. Eine Begegnung, bei der das Verbindende im Mittelpunkt stand.

Genaugenommen bedeutet Vollkommenheit somit auch den Ausstieg aus der Angst- und Mangelhemisphäre der Amygdala und die (Re-)Aktivierung des Nucleus accumbens.

Details dazu erwarten Dich in meinen Webinar-Aufzeichnungen auf youtube.

Wenn Du Dich von mir in integraler Sprache gecoacht werden möchtest, nutze bitte das Kontaktformular oder schick mir eine WhatsApp Nachricht an +34 674 773 789.