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Selbst der kleinste Riss in Ihrer Glaubwürdigkeit ist eine Bedrohung für Ihre CSR (Corporate Social Responsibility)

Worauf Sie als CSR praktizierendes / interessiertes Unternehmen achten sollten, erfahren Sie anhand der folgenden drei Beispiele aus meinem Beratungsalltag

 

Vorwort:

Ihr komplettes CSR für die Katz’? Ohne Glaubwürdigkeit CSR (Corporate Social Responsibility) zu betreiben ist in etwa so, als ob Sie versuchen, mit einer Luftpumpe einen Sturm zu entfachen. Es bleibt trotz aller Anstrengungen bei einem Fürzchen heißer Luft, statt eines leidenschaftlich krachenden Donners mit Nachhall. Natürlich dem Nachhall, den Sie sich wünschen:

  • zu den Guten und den Pionieren zu gehören
  • Mensch und Umwelt zu schonen
  • attraktiver auf Kunden und Bewerber zu wirken
  • die Gesundheit (und somit auch die Leistungsfähigkeit) der Mitarbeiter zu fördern
    uvm.

Wie schnell es mit der – zumindest von der Presse “gestützten” und von Wählern empfundenen – Glaubwürdigkeit vorbei sein kann, zeigt z.B. ein vermeintlich “harmloser” Post der GRÜNEN Politikerin Katharina Schulze:

Einmal mit einem Posting nicht “aufgepasst” und dann auch noch Kritiker nicht ernst genommen – und zack – schon hat sie einen Shitstorm auf Instagram am Hacken. Follower beklagen ihre Doppelmoral, unterstellen ihr Heuchlerei und geben an, die Glaubwürdigkeit in sie verloren zu haben. Lesen sie hier den vollständigen Bericht.

Sie glauben, DAS kann Ihnen nicht passieren?

Weit gefehlt, wie dieses drei Beispiele aus meinem Alltag als Glaubwürdigkeitsberaterin zeigen.

Bruch #1 in der Glaubwürdigkeit der CSR

… verursacht durch mangelnde Impulskontrolle (aufgrund psychischer Überlastung und fehlender Resilienz)

Aufgrund von mangelnder Impulskontrolle äußert sich ein Vorstandsvorsitzender abfällig über seine anteilige Zielgruppe und nennt sie “Ökoschlampen”. Und ausgerechnet er ist glühender Fan von CSR und will sein Unternehmen unbedingt zertifizieren lassen?!

Zum Glück hatte er mich vorher zur Einschätzung in sein Unternehmen gerufen. Die volle Story erwartet Sie kompakt zusammengefasst in meinem Video auf youtube.

Mit dieser Äußerung hatte er nicht nur Andersdenkende aus seiner Kundschaft entwürdigt, sondern auch all diejenigen in seiner Belegschaft, die eine andere, weitreichendere Auffassung von Ökologie haben als er selbst – in diesem Aspekt. Auch er selbst hat sich gleich mit entwürdigt. Und er hat auch noch seine Kollegen mit Missachtung “gestraft”, die sich eigentlich mit einer Frage an ihn gewandt hatten. Doch anstatt eine Antwort zu geben, reagierte er mit einem entwürdigenden Statement. Also doppelte Entwürdigung.

Die wahren Ursachen suchen und finden

Diese “Schwäche” macht diesen Vorstandsvorsitzenden nicht zu einem schlechten Menschen. Im Gegenteil. Ich kenne ihn seit Jahren auch privat. Und da kauft er im Bioladen ein, ist teilweise Selbstversorger etc. Das, was sich jedoch hier in diesem Teammeeting gezeigt hatte war mangelnde Impulskontrolle, die auf eine starke psychische Belastung hindeutete. Das Unternehmen hatte zwar – auf dem Papier – eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchgeführt, aber leider intern geführt, statt von einem externen Dienstleister.

Genau das wird jetzt zunächst nachgeholt, bevor das Thema CSR angegangen wird. Danach nehmen alle Mitarbeiter  an einem integralen Resilienztraining teil, das bereits auch Teile der dialogischen Gesprächskultur beinhaltet. Somit wird in einigen Monaten das Thema mangelnde Impulskontrolle zugunsten einer selbstreflektierten, schöpferischen Haltung gewichen sein, die sich auch im sprachlichen Ausdruck wahrnehmbar machen wird.

Wem es gelingt, den anderen einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren, immer wieder neue Erfahrungen machen zu wollen – mit sich selbst, neuen Situationen und anderen, würdigt den anderen und sich selbst!

Angela D. Kosa

Bruch #2 in der Glaubwürdigkeit der CSR

… verursacht durch Überlastung und fehlende dialogische Kommunikations-Kompetenz

Zählen Sie auch zu den Unternehmen, das sich mit seinen Mitarbeitern auf Unternehmenswerte oder Leitmotive verständigt hat? Genau das hat auch das folgende Unternehmen, um das in diesem Beispiel geht.

Einer der beiden Werte ist “Achtsamkeit”. Auch dieses Unternehmen möchte sich freiwillig einer CSR-Zertifizierung unterziehen und hat mich im Vorfeld gerufen, um zu schauen, wie es am besten gelingen kann, die Mitarbeiter in dieses Vorhaben zu integrieren.

Und dann passierte es:

Entwürdigung durch Missachtung!

Im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs hebelte die Führungskraft – unbewusst – den Unternehmenswert “Achtsamkeit” aus – in zwei Sätzen (wenn es denn ein Tennismatch gewesen wäre). Die volle Story dazu wartet auf Sie in diesem knapp 10-minütigen youtube Video.

Die Mitarbeiterin beklagte, sich unterfordert zu fühlen (was übrigens gem. Studien über 60 % der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen ebenfalls so empfinden). Sie meinte, mit Arbeit fast schon überlastet zu sein, aber da sei eben nichts dabei, was sie forderte, wo sie kreativ tätig sein konnte, um etwas zu erschaffen.

Den ersten Matchball vergab die Führungskraft, indem sie die Offenheit der Mitarbeiterin nicht würdigte. Hallo? Da saß jemand, der ganz klar sagte: “Ich will mehr, ich kann mehr (geben), aber ich weiß nicht wie!” Und die Führungskraft ging nicht darauf ein. Bis … zum Matchball in der nächsten Runde, mit dem sie sich dann jedoch geradewegs ins Aus schoss.

Und zwar, indem sie vorschlug: “Wenn Du Dich unterfordert fühlst, ich hab hier genug zu tun. Du kannst die Bearbeitung meines Posteingangs übernehmen. Das würde mich sehr entlasten!”

Wenn Sie sich jetzt fragen, was um Himmelswillen an der Abarbeitung des Posteingangs “kreativ”, abwechslungsreich und herausfordernd sein soll, können Sie sich in etwa vorstellen, wie die Mitarbeiterin geschaut hat! Diese Frage stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Klarer Fall von (erneuter) Missachtung, also Verstoß gegen den Unternehmenswert und gegen die Würde. Denn jede Form der Missachtung ist eine Entwürdigung.

Jede Entwürdigung ist ein Bruch in Ihrer Glaubwürdigkeit und somit eine Gefahr für Ihr CSR!

Was ich selten bei solchen Analysen tue, unternahm ich nun in diesem Fall:

Ich ergriff das Wort, um die Situation irgendwie zu retten und wandte mich an die Führungskraft: “Sie meinen, FRAU …., soll Ihnen mit dem Posteingang helfen, damit Sie Zeit haben, sie in neue Bereiche einzuarbeiten, die sie mehr fordern?” Während sich die Mitarbeiterin sichtlich und spürbar entspannte, schaute die Führungskraft mich völlig erstaunt, mit großen Augen fragend an. Ich blickte sie so fest an, dass sie schnell zu begreifen begann, dass meine Vorlage nun sowas wie die Wildcard war, mit der sie sich aus dieser Situation noch retten konnte. Und an die Mitarbeiterin gewandt räumte sie ein: “Ja, so meinte ich das. Wie wäre das für Sie?” “Klingt gut!” antwortet diese.

Puh, gerade nochmal gut gegangen.

Wenn das mit solchen Mitarbeitern häufiger passiert, kündigen sie innerlich, trüben das Betriebsklima, werden krank (BurnOut) und / oder sie verlassen das Unternehmen. So in etwa in dieser Reihenfolge.

Alles ganz wunderbare Folgen, die deutlichen Punkteabzug bei einer CSR-Zertifizierung durch GWÖ-Vereine bedeuten!

Ach so: auch diese Führungskraft bekommt nun erstmal ein integrales Resilienztraining und anschließend darauf aufbauend Ausbildung und Training in dialogischer Gesprächsführung.

 

Bruch #3 in der Glaubwürdigkeit der CSR

… ausgelöst durch einen “old-School”-Webauftritt

Nun geht es um ein 700-Mitarbeiter-Unternehmen, das sich schon seit 2014 zertifiziert auf der Grundlage eines GWÖ-Vereins.

Meditationen bei Teammeetings sind Gang und Gäbe. Das Angebot an Mitarbeiter zur Erhaltung der Gesundheit ist vielfältig und vom Feinsten.

Bis auf zwei, drei Kleinigkeiten ist der CSR-Bericht einer der Besten, den ich bisher gesehen habe.

Alles eitel Sonnenschein sollte man nun denken?

Soweit schon, nur nicht was den Onlineauftritt betrifft, vor allem die Website!

Kunden wird hier noch in der Objekthaltung begegnet. Also so, wie wir es gewohnt sind. Hier ist noch nichts von “Augenhöhe” erkennbar. Als Mensch, geschweige denn als Mitgestalter fühlt man sich als Besucher der Website noch lange nicht. Das wäre ja vielleicht noch zu verkraften.

Aber der größte Bruch im Sinne eines krassen Widerspruchs zu allen CSR-Inhalten ist das Karriereportal des Unternehmen, auf dem es um neue Mitarbeiter wirbt!

Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich diesem Unternehmen sofort Doppelmoral und Heuchlerei unterstellen und es des Greenwashing verdächtigen.

Hier die schwerwiegendsten Brüche in der Glaubwürdigkeit zusammengefasst:

  • Teile des Karriereportals sind immer noch nicht mobilefähig, was Besucher mit mobilen Endgeräten “quält”, d.h. missachtet, also entwürdigt.
  • In den Stellenangeboten werden die potenziellen Mitarbeiter – wie fast überall immer noch üblich – wie Objekte (z.B. Waschmaschinen) behandelt: eine Aufzählung der erwarteten Leistungs-, Kompetenz- und Fähigkeitenfeatures, fertig. Und das ausgerechnet, wo der Vorstandsvorsitzende dieses Unternehmen auf youtube die Forderung aufstellt, dass es wichtig ist, die Kunden und Mitarbeiter als “Ganze Menschen” zu sehen, also Körper, Geist und Seele.

Kleine Randnotiz: jemanden zu würdigen bedeutet jedoch noch weit mehr als das! Es bedeutet, im anderen auch das alles zu sehen, was er noch nicht ist, aber sein könnte (und im tiefsten Herzen auch will). Egal, ob mir das gefällt oder nicht und ob ich einen Nutzen davon habe oder nicht. Und zu würdigen bedeutet auch, den anderen einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren, immer wieder neue Erfahrungen machen und über sich hinauswachsen zu WOLLEN. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, schauen Sie mal in meine Würde-Playlist bei youtube herein. Weitere Inspirationen erwarten Sie auch in meinem Buch: “Würde ist ...? Befreit leben aus Deiner Seelenvielfalt heraus!

Zurück zum Karriereportal des besagten Unternehmens.

Dass es auf seiner Website Bewerber (und Mitarbeiter) über vierzig diskriminiert ist ihnen bisher nicht bewusst gewesen. Keines der Bilder auf dem Portal zeigt Mitarbeiter über vierzig. Hier werden also “ältere” Bewerber und Mitarbeiter diskrimiert, vermutlich wiederum unbewuss oder aus Unachtsamkeit heraus (die wiederum ihre Ursache haben wird…)

CSR glaubwuerdig frauen diskriminierendUnd da wir gerade schon bei der Bildsprache sind: den größten Schlag in die Magengrube versetzte mir ein Bild, bei dem eine junge Frau (Mitarbeiterin) zu ihrem Kollegen (kokettierend) aufblickt (und er auf sie herab!). Gleichberechtigung – in der Bildsprache – geht anders.

 

Aufgrund dieser zahlreichen Brüche im Online-Auftritt dieses GWÖ-Unternehmens steht die CSR-Glaubwürdigkeit auf extrem wackligem Boden. Zumal eben auch der Vorstandsvorsitzende durch seine Online-Präsenz Forderungen aufstellt und für etwas wirbt, das er (bzw. sein Unternehmen) im Außen nicht hält. Noch nicht.

Hier lauert eine extrem hohe Gefahr eines Shitstorms. Dieser wird sich dann entfachen, sobald es Menschen (Mitarbeiter, Bewerber oder Kunden) gibt, die sich missachtet fühlen oder die im direkten Kontakt mit dem Unternehmen eine Unzufriedenheit erfahren haben. Zwei oder drei davon reichen bereits, die anfangen auf Social Media Stimmung zu machen. Wenn diese dann nicht würdigend “eingefangen” werden, war es das mit der CSR und dem Ansehen dieses Unternehmens.

Auch hierzu gibt es wiederum ein youtube-Video (ca. 6 Minuten).

Brüche in der Glaubwürdigkeit sind derzeit noch kulturelles Phänomen

Auch bei diesem Unternehmen ist – wie in keinem Fall von Glaubwürdigkeitsrissen oder -Brüchen – niemandem ein Vorwurf zu machen. Dialogische Gesprächskultur auf Websites haben weder Designer noch Texter irgendwo gelernt – es sei denn, sie waren bei mir, was bisher jedoch nur eine sehr geringe Zahl ist. 😉

Dass auch über Bildsprache Missachtung oder Entwürdigung transportiert werden kann – wer kommt da schon bei Unternehmenswebsites auf die Idee (zumindest bis er mal mit meinen Augen drauf geschaut hat)?

Und ganze Generationen von BWLern sowie HR-Managern hat die “Matrix”, wie Stellenausschreibungen klar zu verfassen sind, eingetrichtert bekommen. Ich übrigens auch. Das war echtes Bulimie-Lernen!

So kann das ja nix werden mit der Achtsamkeit und Würdigung und einer glaubwürdigen CSR.

Oder anders gesagt: diese Wissenslücke lässt sich schließen, in Rahmen Ihrer Zusammenarbeit mit mir!

Dann freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme mit Angabe Ihres Terminwunsches für ein erstes Kennenlern-Telefonat sowie Ihres Webauftritts an greenwashrebell(at)angela-kosa.com.

Ich freue mich auf Sie!