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Greta Thunberg, die Klimaaktivistin

Welche Kommunikationsschwächen blockieren Greta Thunberg in ihrer Mission und gefährden ihre Glaubwürdigkeit?

 

Der Mut der Klimaaktivistin Greta Thunberg ist bewundernswert.

Sie spricht an und aus, was viele Menschen – insbesondere auch Jugendliche – denken. Sie erzielt Aufmerksamkeit und löst eine Portestwelle aus. Doch Aufmerksamkeit und Proteste allein reichen nicht aus, um etwas zu verändern – weder bei den Regierenden auf dem Klimagipfel noch bei denjenigen, die sofort selbst etwas tun könnten: jedem einzelnen von uns.

Der Grund liegt in mehreren Kommunikationsfehlern, von denen drei jedoch einerseits besonders blockierend wirken. Andererseits ließen sie sich mit kleinen Veränderungen so „drehen“, dass aus Aufmerksamkeit Wirksamkeit werden könnte.

Eines vorneweg: für diese “Fehler” in der Kommunikation ist Greta nicht verantwortlich. Sie ist damit nicht allein. Denn auch Erwachsenen unterlaufen sie, wie beispielsweise auch Katharina Schulze.

Sie gibt nur wieder, wie die meisten von uns in ihrer Kommunikation „gebildet“ wurden. Und das entspricht – offensichtlich – auch in Schweden – nahezu dem Niveau der Steinzeit. Statt Faustwaffen fliegen die Fetzen nun verbal. Das ist auch der einzige Unterschied.

Neurowissenschaft und Philosphie sind zumindest auf dem Papier jedoch schon wesentlich weiter mit ihren Erkenntnissen, wie sich Menschen motivieren lassen: Nämlich gar nicht, gem. Prof. Gerald Hüther. Sie lassen sich nur einladen, inspirieren und ermutigen, neue Erfahrungen machen zu wollen. Das heißt: anders zu denken, zu fühlen und zu handeln – und letztlich auch anders zu sprechen.

Denn auch das, was und wie wir sprechen beeinflusst unser Denken, Fühlen und Handeln. Doch kaum einer gibt konkrete Anleitung oder ist ein Vorbild darin, WIE denn dieses neue „Sprechen“, das andere einlädt, inspiriert und ermutigt, neue Erfahrungen machen zu wollen, „funktioniert“. Das hatte mich inspiriert, mein Buch zu schreiben, das eben kein weiterer Ratgeber ist, sondern eine Einladung, Inspiration und Ermutigung…

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Daher rede ich im Folgenden auch nicht über „Fehler“ sondern um „Schwächen“, die genau genommen Wirksamkeitsräuber  oder Glaubwürdigkeits-Saboteure sind. Durch Kleinigkeiten ließen sie sich in wahre Stärken und Kraftpakete umwandeln und würden Greta zu einem Vorbild (durch Glaubwürdigkeit) machen.

 

Weil die Welt keine weitere Potestwelle braucht, sondern einen Handlungstsnunami!

Angela D. Kosa

Greta Thunbergs Kommunikationsschwäche #1:

“Ziviler Ungehorsam” bzw. Gesetzesbruch

Greta widersetzt sich dem Gesetz, der Schulpflicht in Schweden und ruft andere ebenfalls zum Gesetzesbruch auf. Die Schulpflicht hat jedoch nichts mit dem Klimawandel zu tun. Das erzürnt berechtigterweise einige Staatschefs oder Bildungsminister. Denn es ist genaugenommen eine soziale Missachtung.

Aus biologischer Sicht ist bei den meisten Menschen im Denksystem so angelegt, eine empfundene oder erfahrene Missachtung mit der Ausübung einer Missachtung dem Betreffenden Gegenüber zu „strafen“.

Natürlich brachte ihr der Schulstreik jede Menge Aufmerksamkeit.

Doch wie dialog- und veränderungsbereit ist wohl jemand, an dem Missachtung geübt wird, egal, ob er sie nun zuvor an dem Betreffenden walten ließ oder nicht? So gut wie gar nicht.

Missachtung ist genau genommen ein Anzeichen von fehlendem Würdebewusstsein. Wer sich auf die Missachtung und Entwürdigung eines anderen einlässt macht sich dadurch zum Opfer. Und Opfer haben nun wiederum einen ziemlich schlechten Ausgangspunkt, als Verhandlungspartner auf Augenhöhe ernstgenommen zu werden.

Wie könnte diese gewählte „Waffe“, nämlich der Streik nun so genutzt werden, dass es dem Klimaschutz und der Rettung der Umwelt wirklich dient?

Und könnte es Greta gelingen aus der „Opfer“-/Missachtungsrolle zu kommen, um ein Gesprächspartner auf Augenhöhe zu werden?

Mögliche Lösungen:

#1 Streikzeit für Projekte und Maßnahmen nutzen

Wie wäre es beispielsweise, die Streikzeit zu nutzen, um Arbeitskreise zu bilden, was wie jeder vor Ort bei sich im Kleinen, in der Schule und vielleicht auch in der nachbarschaftlichen bzw. städtischen Gemeinschaft tun kann, um die Umwelt zu entlasten. Projekte und Maßnahmen sowie die Umsetzung könnten in Arbeitskreisen

#2 Gesetzliche Rahmenbedingungen für Schulaktivitäten

Dafür sorgen, dass es Schülern gesetzlich erlaubt ist, sich einmal pro Woche zu Umweltschutzprojekten zu versammeln und Projekte zu gestalten bzw. Maßnahmen zu ergreifen.

Übrigens würde das ganz nebenbei die Gemeinschaft stärken, die Dialoge fördern und sogar zur Potenzialentfaltung in der Schule beitragen!

 

Greta Thunbergs Kommunikationsschwäche # 2

Polarisierung in „Gut und Böse“ – Erschaffung eines Feindbildes zum Zwecke der Projektion

Greta bedient sich in Ansätzen der Rhetorik, die wir von Kirchenführern, Dämagogen, Diktatoren und Populisten kenne. Und es zeigt: diese Ansätze wirken selbst dann auf Massen, wenn sie eine Jugendliche nutzt!

Demgemäß folgen die Massen demjenigen, der

1. sie in ihren Träumen ermutigt
2. ihr Versagen rechtfertigt (Schuld sind andere, der erklärte „Feind“)
3. ihre Ängste zerstreut
4. sie in ihrem Verdacht bestärkt
5. ihnen hilft, mit Steinen nach den Feinden zu werfen (den Feind zu besiegen)

Sie bewegt Massen dazu, ihr zuzustimmen, aber nicht, um eigenverantwortlich zu handeln. Im Gegenteil: durch den Aufbau des Feindbildes (politische Führer) schafft sie die Rechtfertigung, warum das mit der Klimarettung und dem Umweltschutz nicht klappt. Schuld sind also die politischen Führer. Wirklich?

Zitat Greta Thunberg: “Stattdessen werde ich die Menschen auf der ganzen Welt bitten, zu erkennen, dass unsere politischen Führer uns im Stich gelassen haben.” Link zur kompletten Rede von Greta Thunberg.

Sie bittet die Menschen nicht darum, Maßnahmen für den Klimaschutz zu übernehmen, sondern sie bittet darum, zu erkennen, dass die politischen Führer die Menschen im Stich gelassen haben und unterstellt ihnen im weiteren, den Weg des „Wahnsinns“ gegangen zu sein.

Hier bedient sich Greta dem Deutungsrahmen der sozialen Vernachlässigung – und schafft somit die Grundlage, ihr Tun und Ihre Anklage zu rechtfertigen.

… mit Steinen nach den Feinden werfen!

Und sie ruft zusätzlich die Medien auf, sich ihrem Feldzug gegen die erklärten Feinde anzuschließen. Das tun sie auch. Sie hat eine Protestwelle in Gang gebracht. Welche Veränderungen wären in der Zeit für das Klima wohl möglich gewesen, wenn sie statt der Protestwelle einen „Handlungstsunami“ ausgelöst hätte?

Die Geschichtsbücher sind voll davon, welche Handlungsfolgen derartiges Denken, Reden und Handeln hatte: Krieg.

In den sozialen Medien wurde Greta zitiert, dass UN-Chef António Guterressie nichts gefragt habe. Nun, wie soll er auch? Sie hatte ihn ja auf die Anklagebank verwiesen. Dafür hatte jedoch immerhin noch eine vergleichsweise offene Körperhaltung.

Verhärtete Fronten haben noch nie zu einer (friedlichen) Lösung geführt.

Welche rhethorischen Veränderungen könnten also dazu beitragen, dass sich die Entscheider (politischen Führer) wirklich für einen Dialog öffnen bzw. aus der „Deckung“ kommen müssen (als ersten Schritt zum Umdenken und zur Bereitschaft, neue Erfahrungen machen zu wollen)?

Schwäche # 2 zur Stärke machen:

Fragen und zum gemeinschaftlichen Handeln aufrufen!

Anklagen, Feststellungen und die Fragen nach dem „Warum“ zementiert Mauer. Fragen öffnen Türen. Das betrifft alle „Wie“-Fragen. Sie werden beispielsweise auch im klassischen Coaching eingesetzt, um den Betreffenden mit seinem individuellen Lösungsvermögen (wieder) zu verbinden.

Außerdem wissen wir seit Prof. Manfred Spitzer, dass es in unserem Gehirn einen sog. „Nucleus accumbens“ gibt, der es liebt, neues zu entdecken. Und dazu gehören auch Lösungen! Leider gerät er jedoch – vermutlich auch wieder aufgrund unserer Lernkultur – in Vergessenheit.

Wie könnte denn dann eine Alternative-Greta-Rede aussehen?

Beispiel:

„Sie waren bisher nur einige wenige, die sich um den Klimaschutz kümmerten und wir haben an Sie ein Stück weit auch immer die Verantwortung abgegeben.

Nun werden die Probleme jedoch immer gravierender, daher rufe ich die Menschen auf, sich gemeinsam mit Ihnen um die Lösung der Probleme zu kümmern. Wir sind bereit, mit die Verantwortung zu übernehmen.
Diese Menschen wollen mit Ihnen in den Dialog kommen und Antworten auf die Frage finden: „Wie kann es uns gemeinsam gelingen, das Klima zu retten und die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, getroffene Vereinbarungen einzuhalten?

Welcher Beitrag können wir sein? Was braucht es jetzt? Was brauchen Sie jetzt von uns? Welche Möglichkeiten gibt es noch, an die wir bisher gar nicht gedacht haben?

Sie sind nicht mehr allein mit Ihrer Verantwortung. Wir möchten sie gemeinschaftlich tragen und sind hier, um herauszufinden, WIE das miteinander möglich ist.

Ich fordere alle Menschen auf, sich an die Gesetze zu halten und im Rahmen dessen Möglichkeiten zu schaffen, aktiv die Umwelt zu entlasten. Jeder für sich und alle miteinander.“

 

Greta Thunbers Kommunikationsschwäche #3

Risse in ihrer Glaubwürdigkeit

Greta gibt an, eine Klimaaktivistin mit Asperger-Syndrom zu sein, das als eine Art des Autismus gilt.

Möglicherweise ist das auch die Ursache, dass sie aggressiv auftritt und es ihren Worten an Empathie und ihrer Haltung an Wertschätzung fehlt?

Oder ist das (zusätzlich) eine Folge der in der Schule antrainierten Fehlerkultur?

Nur, weil jemand nicht so handelt wie gewünscht oder die erhofften Resultate ausbleiben, macht ihn das nicht zu einem schlechten Menschen. Empathie und Wertschätzung für den anderen sind die Grundlage für dessen Dialogbereitschaft. Und die Dialogbereitschaft ist wiederum der Türöffner für die Bereitschaft hinzuhören und sich zu neuen Erfahrungen ermutigen zu lassen.

Wie könnte aus dieser Schwäche eine Stärke werden?

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten.

Aufgrund des Asperger-Syndroms könnte es hilfreich sein, wenn Greta durch jemanden unterstützt würde, der die mangelnde Empathie und Wertschätzung für die Gesprächspartner übermittelt und auch ihre Reden entsprechend gestaltet.

Zudem widerspricht sie sich selbst mit dem Begriff „Aktivist“. Es gibt von ihr keine Bilder, wo sie mit anderen Müll einsammelt oder in Cafes Aufklärung betreibt, auf Pappbecher und Strohhalme zu verzichten oder ähnliches.

Ihr „Aktivismus“ beschränkt sich auf das, was die Mehrheit der Menschen – und vermutlich auch die politischen Führer – tun: sitzen und reden.

Für mehr Glaubwürdigkeit, dass Greta sich wirklich für eine bessere Zukunft einsetzt, wäre es hilfreich, wenn sie in eine Vorbildrolle findet, die andere wirklich zum Tun inspiriert und auch zu einer Art des Umgangs miteinander, einem Umgang der Würde.

Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist auch das Buch „Dialogische Intelligenz“.

Zusammenfassung:

jetzt, wo Greta bewiesen hat, dass und wie man Massen mobilisiert, wäre ihr zu wünschen, dass genau diese Massen – statt sich in Protesten zu versammeln – aufmachen, Maßnahmen zu ergreifen, die der Umwelt wirklich helfen, z.B. in Müllvermeidung und Reduzierung von Plastikgebrauch.