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Follower auf Instagram werfen Katharina Schulze Doppelmoral und Heuchlerei vor

Was Sie als CSR-verpflichtetes Unternehmen aus Katharina Schulzes Fehlern lernen können

 

Disclaimer:

Es liegt mir fern Katharina Schulze anzugreifen oder zu kritisieren. Ich bin weder für noch gegen ihre Partei, noch kenne ich Katharina Schulze persönlich.

Ihr Kommunikationsverhalten entspricht dem aktuellen Mainstream, weil wir alle mehr oder weniger unter demselben “Symptom” leiden: mangelnder Würde und damit einhergehend mangelnder Größe, zu “Fehler” zu stehen. Unser Handeln ist – gem. (Schulbildung und (Gesprächs-)Kultur) – geprägt von Ohnmacht und Fehlersuche, statt von Selbstreflektion und Lösungen. Zudem mangelt es den meisten Menschen an der zur Würde dringend erforderlichen integralen Resilienz. Auf diese Zusammenhänge möchte ich mit Artikeln und Aktionen wie diesen Hinweisen. Und ich hoffe, dass meine Empfehlungen einladen, ermutigen und inspirieren bewusst neue Wege gehen und anders handeln bzw. sprechen zu wollen.

Noch schöner wäre es natürlich, wenn sich Gesellschaft und Bildung so weiter entwickeln, dass diese Haltung und Sprache der Würde auch die frühkindliche Phase überlebt und sich im Laufe des Lebens eines jeden menschlichen Individuums weiter entwickeln kann und darf. Denn dann ist automatisch alles, was unter das Thema “CSR” (Coroporate Social Responsibility) fällt, eine Selbstverständlichkeit. Weshalb sie dann auch von allen getragen wird.

Der Post von Katharina Schulze (Fraktionsvorsitzende der Bündnis 90 Die GRÜNEN im bayerischen Landtag) – und dessen Folgen:

 Katharina Schulze Eiskreme Instagram 1Das ist der Post von Katharina Schulze an Neujahr, abfotografiert am 04.01.2019 vormittags.

Und er führte beinahe zu einem Shitstorm.

Aufgrund der Flugreise (nach Kalifornien), dem Pappbecher und vor allem wegen des Plastiklöffels wurde in den Kommentaren Katharina Schulze unter anderem Doppelmoral und Heuchlerei vorgeworfen.

Und – zack – könnten all die anerkennenswerten Leistungen dieser Politikerin für ihre Partei hinfällig sein, wie die ersten Kommentare es schon erahnen lassen.

Jedoch geht es mir in dieser Fehleranalyse – ebenso wie bei meinem Artikel zu Greta Thunberg – eher um das Aufzeigen von Schwächen in der Haltung bzw. der daraus resultierenden Kommunikation. Und wie auch in den anderen Fällen gibt es wiederum Lösungsempfehlungen in einen neuen, dialogisch orientierten und von Würde geprägten sprachlichen Ausdruck zu finden.

Schließlich träume ich von einer Transformation der bisherigen Fehlerkultur zur Chancen- und Entwicklungskultur und setze alles daran, andere einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren, das zu ermöglichen. Sind Sie mit dabei?

Katharina Schulzes Kommunikationsschwäche #1:

Egozentrierter Ausdruck, der ihr Verhältnis zu ihren Werten vermissen lässen

Katharina Schulze Kritik InstagramDas Profil von Katharina Schulze ist öffentlich. Aufgrund ihrer politischen Rolle gilt sie als öffentliche Person. Als Fraktionsvorsitzende der Partei Bündins 90 die GRÜNEN im bayerischen Landtag verbinden sie Menschen mit den Werten ihrer Partei. Weil sie unter anderem auch schon in Talkshows zu Gast war, ist sie auch über die bayerischen Landesgrenzen hinaus einem größeren Publikum bekannt.

Nicht Posten ist auch keine Lösung. Posts manipulieren ebenso wenig.

Was hätte Katharina Schulze bei diesem Bild-Posting besser machen können, um glaubwürdig rüberzukommen?

“Plastiklöffel proaktiv”

Variante 1:  die Community aufrufen, den Fehler im Bild zu finden

Variante 2: (ggf. in Kombination mit Variante 1) Sie hätte beispielsweise darauf hinweisen können, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit in den USA noch nicht an allen Eisdielen angekommen ist und dass, … (s. Variante 3)

Variante 3: … dass sie diesen Löffel so schnell nicht abgibt! Sondern, dass sie ihn noch so lange nutzen wird, bis er den Geist aufgibt, z.B. als eine Art Talismann.

Genaugenommen wäre da sogar das Potenzial einer Fortsetzungsstory drin gewesen, denn sie hätte mit genau diesem Löffel weitere Postings machen können:

  • wie sie ihn in einem Cafe nutzt, um den Kaffee umzurühren,
  • wie sie ihn im Bad nutzt, um ihrem Creme-Tiegel Creme zu entnehmen
  • wie sie ihn im Flieger nutzt, um das Dessert zu löffeln
  • etc.

Denn, wenn das Teil ja nun schon auf dem Bild ist und im Gebrauch, dann hätte die Umwelt ja wirklich etwas davon, wenn er solange wie möglich genutzt wird – und es möglichst lange hinausgezogen wird, dass er auf dem Müll landet.

Aber Katharina Schulze entschied sich für einen anderen Weg, s. Schwäche #2

Randnotiz:

Dass Menschen so kommentieren, wie sie kommentieren ist ebenfalls völlig verständlich. Sie wissen nicht, wie es anders geht. Wenn sie wüssten, dass sie über diese Art der Kommunikation ihre Ohnmacht zum Ausdruck bringen und auch noch verstärken, würden sie es möglicherweise ändern.

Wer den Mut hat, sich im Sturm in den Türrahmen zu stellen und über sich hinauszuwachsen, ist in seiner Würde.

Angela D. Kosa

Katharina Schulzes Kommunikationsschwäche #2

Kommentare nicht ernst nehmen

Katharina Schulzes KommentarAuf einen einzigen Kommentar reagiert sie, aber eher abwertend und polemisch. Vor Wertschätzung ihrer “Fans” oder “Follower” keine Spur.

 

Weitere Reaktionen auf die folgenden Kommentare, die sich auch auf das Thema CO2 beziehen (das Foto entstand in Kalifornien) gab es von ihr nicht. Stattdessen … s. Schwäche #3

Welche Möglichkeiten der würdevollen Haltung und Kommunikation gäbe es an dieser Stelle?

Würdigung!

Möglichkeit 1 “Sammelkommentar”: Um nicht auf jeden Kommentar einzeln einzugehen (was bei Unternehmen ggf. Sinn macht), hätte sie einen Kommentar verfassen können, bei dem sie auf die drei häufigsten Kritikpunkte würdigend (!!!!) eingeht:

Wow, ich habe nicht damit gerechnet, dass Ihr Euch das Bild so genau anschaut. (…) Klasse, wieviel Gedanken Ihr Euch um den Klimaschutz, die Nachhaltigkeit und “no-waste” macht. Das ermutigt mich sehr, wie stark Euch das beschäftigt! Vorbildlich!  Und nun zu den einzelnen Punkten: (….)

Zu diesem “Sammelkommentar” hätte sie dann immer wieder verweisen bzw. zitieren können, wenn noch weitere kritische Anmerkungen gekommen wären. Darüberhinaus hätten auch andere “Fans” die “Kritiker” auf Katharina Schulzes “Sammelkommentar” hingewiesen.

Möglichkeit 2 “Folge-Posting” (ggf. in Kombination mit Möglichkeit 2):  Sie hätte als nächsten Post etwas wählen können, das einen Bezug zu dem “Eis-Bild” hätte, z.B. das Weiterleben des Plastiklöffels. Oder ein Gespräch mit dem Eisverkäufer zum Thema Nachhaltigkeit, etc. Und im Text nochmal die kritischen Kommentare zu dem “Eis-Bild” würdigen!

Dann wäre möglicherweise auch dieser Kommentar ausgeblieben:

glaubwuerdigkeit verloren Katharina Schulze

 

 

Katharina Schulzes Kommunikationsschwäche #3

Sich verkriechen!

Und – zack – waren dann im Laufe des Nachmittags des 04.01.2019 alle Kommentare verschwunden, weil die Kommentarfunktion deaktiviert wurde. Weil ich diese Reaktionsmöglichkeit Katharina Schulze gar nicht zugetraut hatte, kam ich auch nicht auf die Idee, zuvor noch meinen Kommentar zu dokumentieren! Es waren zwei Fragen, so wie ich es in meinem Video dazu auf youtube empfehle (Link zum knapp 20-minütigen Video).

So sieht also der Post von Katharina Schulze aktuell aus (Morgen des 05.01.2019):

Schulze Katharina deaktiviert Kommentare

Katharina Schulze geht dadurch selbst in eine Haltung der Ohnmacht. Das könnte sie möglicherweise tatsächlich schwächen, weil eben auch andere dieses Verhalten als Schwäche deuten, statt als Größe.

Als Politikerin ist es vielleicht wenig zuträglich, den Menschen Äußerungsmöglichkeiten zu nehmen. Insbesondere wenn es sich um eine Politikerin der GRÜNEN handelt, bei denen es ja ausgesprochener Wert ist (oder war), jede Stimme zu hören.

Die Einladung zur Selbstreflektion und somit zu ihrer weiteren Persönlichkeitsentwicklung hat sie nicht angenommen. Sie wird jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit wieder an ihre Tür klopfen, jedoch dann wesentlich vehementer.

Leider ist es dann auch so, dass das von anderen Menschen als “Sieg” eingestuft wird und sie jetzt denken, dass sie das zur Methode machen können. Wie jedoch auch in einer kritischen Haltung die Würde als Kommentator gewahrt bleibt und somit auch alle anderen in ihrer Würde bleiben können, darauf gehe ich am Ende dieses Artikels ein.

Größe zeigen und über sich hinauswachsen!

Um Größe zu zeigen zu können, braucht es integrale Resilienz. Dazu zählt auch die Reife der Impulskontrolle, Selbstreflektion und der Lösungsfindung. Die daraus resultierende Haltung der Würde führt dazu, dass Menschen in solchen Situationen sich weder wegducken noch andere mundtot machen, sondern dass sie über sich hinauswachsen. Das ist auch mehr als nur Verantwortung zu zeigen. Vielmehr ist das die Lernende Haltung, solche Anlässe zu nehmen, um sich persönlich weiter zu entwickeln!

Eines der größten Beispiele für diese Haltung sowie an Resilienz und Würde ist ist Nelson Mandela.

Wenn also die o.g. Möglichkeiten aus Schwäche #1 sowie Schwäche #2 nichts genutzt hätten, welche Alternativen hätte Katharina Pommer noch gehabt, als die Kommentarfunktion zu schließen?

Letzte Lösungsmöglichkeit: Live-Video

In Erweiterung zu den obigen Empfehlungen hätte mit großer Wahrscheinlichkeit ein Live-Video geholfen. Nicht, um sich zu rechtfertigen, sondern um ihre Kritiker zu würdigen und auch diejenigen, die sie in den Kommentaren “verteidigt” haben. Formulierungen und Inhalte, s. oben.

Und ergänzend vielleicht noch so etwas wie:

“Vielleicht hätte ich von mir aus initiativ auf den Fehler im Bild hinweisen oder mit dem Eisverkäufer ein Gespräch über Nachhaltigkeit führen sollen. Ich verspreche Euch, in meinen nächsten Posts achtsamer zu sein. Wie geht Ihr denn damit um, wenn Ihr Plastik unaufgefordert aufgedrängt bekommt, z.B. wenn Ihr Euch ein Eis kauft? Bitte habt Verständnis, wenn ich auf Eure Kommentare zu meinem Eiskreme-Post mit dem Plastiklöffel dann nicht mehr weiter eingehe! Wie wäre es, wenn wir uns stattdessen hier über Alternativen zu dem Plastiklöffel austauschen? Es tut mir leid, wenn meine Partei bei Euch den Eindruck erweckt, wir wären eine Verbotspartei. Das motiviert mich, stärker den Fokus auf Alternativen und Lösungen zu legen – wer von Euch unterstützt mich dabei, damit es bald – auch ohne Gesetz – gar keine Plastiklöffel mehr im Eis gibt?”

Das ist nur eine Idee, um in einen Dialog zu finden, Augenhöhe herzustellen, den anderen das Gefühl zu geben, sie wahr- und ernst zu nehmen und sogar noch um die Welt von Plastik zu befreien!

Um in diese Kreativität zu kommen, braucht es (fast) kein Rhetorik-Training (und schon gar keines der alten Schule), sondern zuerst ein integrales Resilienz-Training und anschließend noch die Entwicklung der Bewusstheit für die sprachliche Haltung bzw. den daraus resultierenden Ausdruck.

Das befähigt dann jeden Betroffenen, in seinen eigenen Worten in der Haltung der Würde zu sprechen. Und das wiederum wirkt dann um ein Vielfaches glaubwürdiger als auswendig gelernte oder vorgesagte Floskeln!

Inspirationen dazu finden sich auch in meinem Buch: “Würde ist ...? Befreit leben aus Deiner Seelenvielfalt heraus!

 

Zusammenfassung:

Aus diesem Post (mit dem “Fehler im Bild”) hätte tatsächlich etwas Großes entstehen können – für alle Beteiligten! Vor allen Dingen etwas, das zu Nachhaltigkeit hätte führen können, z.B. indem diesen Sommer aus allen deutschen Eisdielen die Plastiklöffel verschwinden. Und das OHNE jegliches Gesetz!

Gerade in Fehlern liegen die größten Chancen zu wachsen. Und das ist mehr, als das “aus Fehlern lernen”. Aus Fehlern lernen bedeutet nur, ihn nicht zu wiederholen. An Fehlern zu wachsen bedeutet, ihn zur Entwicklung von etwas Größerem zu nutzen, wodurch automatisch derselbe Fehler mit großer Wahrscheindlichkeit sich nicht mehr wiederholt. Schließlich haben sich die Rahmenbedingungen ja komplett gedreht!

Diese Situation zeigt, wie wichtig eine potenzialorientierte Lernkultur sowie eine dialogische Gesprächskultur sind, um endlich gemeinsam die Probleme lösen zu können, und eine echte Weiterentwicklung der Menschheit zu ermöglichen, die weit über Digitalisierung und Technik hinausgeht!

 

Nachtrag: was können für mehr Würde auf den Sozialen Medien tun?

Kritik und Feststellungen zementieren Bestehendes, Fragen öffnen Räume zu Lösungsmöglichkeiten

Aus vielen Kommentaren auf Social Media sprechen Ohnmacht und der Ärger darüber, missachtet zu werden (also nicht gesehen, gehört oder wahr- bzw. ernstgenommen zu werden). Und das wiederum ist ein Zeichen von Entwürdigung, s. dazu auch einige Kurzvideos mit Prof. Dr. Gerald Hüther.

Wenn uns als Leser von Posts, als Verbrauchern, Kunden, Mitarbeitern, Bewerbern, Lieferanten oder auch Geschäftspartnern Fehler auffallen, wäre es hilfreich, wenn wir den Betreffenden fragen. Das kann zum einen den Urheber des Posts betreffen, dessen Meinung wir nicht teilen. Das kann aber andere Kommentatoren betreffen, die wir einladen, ermutigen und inspirieren sollten, eine neue Erfahrung machen zu wollen – anstatt sie in unserer eigenen empfundenen Ohnmacht auch klein machen zu wollen.

Wie wäre es, wenn es uns gelänge, jeden, dessen Meinung wir nicht teilen, in einen Gedankenraum der Möglichkeiten einzuladen?

Wenn wir eine Haltung und Kultur des Öffnens und Fragens finden? (Nicht zu verwechseln mit Hinterfragen, sondern stattdessen “Vorausfragen”)?

z.B.:

  • Inwiefern sind Plastiklöffel mit den Werten für die Ihre Partei steht vereinbar?
  • Wie sollen wir Ihrer Meinung nach damit umgehen, wenn wir Plastik aufgedrängt bekommen, so wie Sie offensichtlich?
  • Welche Möglichkeiten sehen Sie denn, Plastik aus dem Eis zu verbannen, ohne ein weiteres Gesetz?
  • Wie gehen Sie bei Ihrer Reiseplanung vor, um auch bei Flugreisen die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz im Blick zu haben?
  • etc.

Und jetzt das Wichtigste, also das Allerwichtigste:

Die Antwort des Betreffenden dann einfach stehen lassen! Kein Aber dahinter, keine Endlosdebatten, keine Diskussionen.

Es sei denn … ?

Es sei denn, der Betreffende beantwortet nicht nur Ihre Frage, sondern stellt Ihnen danach seinerseits eine Frage!

Und dann sind wir alle im dialogischen Paradies und in unserer Würde angekommen! Halleluja!