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Unachtsamkeit gefährdet Glaubwürdigkeit und führt zu Aktienverlusten (Beispiel Nudelhersteller Nissin – Naomi Osaka)

Am Beispiel des japanischen Nudelherstellers Nissin und dessen Werbe-Ikone Naomi Osaka wird erneut deutlich, dass Verbraucher zunehmend auf Glaubwürdigkeit achten.

Unmut über Doppelmoral, Heuchlerei, Green- oder Whitewashing kann rasend schnell einen Shitstorm entfachen.

Außerdem zeigt sich, wie sensibel Anleger auf Shitstorms reagieren – und wann sie Fehler verzeihen!

Dass Verbraucher ihrem Unmut über Unglaubwürdigkeit, Doppelmoral und Verhöhnung über die Sozialen Medien Luft verschaffen,  durfte gleich zu Jahresbeginn die bayerische GRÜNEN-Politikerin Katharina Schulze erfahren.

Am Fall des Nudelherstellers Nissin lässt sich nun auch nachweisen, welche wirtschaftlichen Folgen Unachtsamkeit in Außendarstellung hat. Dabei hatte nicht der Werbefilm mit Naomi Osaka an sich die Anleger verärgert.

Erst der Shitstorm, der sich in den sozialen Medien gegen Nissins “Whitewashing” erhob, verunsicherte die Aktionäre. Infolgedessen erlitt der Aktienwert deutliche Verluste! ARD-BOERSE berichtete am 25.01.2019 darüber.

Bildquelle: Börse ARD

Werbe-Ikone Naomi Osaka – wie alles begann

Naomi Osaka ist die erste japanische Tennisspielerin, die ein Grand-Slam-Turnier gewann (2018).

Die Tochter einer Japanerin und eines Haitianers besitzt sowohl die japanische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft: Sie ist von Natur aus dunkelhäutig.

Der Nudelhersteller Nissin wirbt mit Naomi Osaka, indem er sie als animierte Comic-Figur darstellt. Im neuesten Werbefilm war der “Avatar” Naomi Osakas in der Hautfarbe so erblasst, dass es in den sozialen Medien eine hitzige Rassismus-Debatte auslöste.

Glaubwürdigkeit ist zur verwundbaren Achillesferse von Unternehmen geworden.

Angela D. Kosa

Der Aktien-Einbruch aufgrund des Shitstorms (Werbefilm Naomi Osaka)

Die erhitzten Gemüter in den sozialen Medien verunsichern die Aktionäre!

So fragten beispielsweise die Kommentatoren: “Hat sich niemand gefragt, warum ihre Hautfarbe so blass ist?”

Und sie beklagten: “Ihre (Naomi Osakas) Identität wurde vollständig ignoriert.”

Infolge des Shitstorms fiel die Aktie und erreichte am Mittwoch (23.01.) ihren Wochentiefpunkt bei 53,19 Euro – nahe des 52-Wochentiefs, das bei 52,18 Euro liegt.

Wie reagiert die Betroffene Naomi Osaka selbst?

In einer Pressekonferenz gab die Tennisspielerin an, dass sie glaubt, der Nudelhersteller habe nicht vorsätzlich oder in böser Absicht gehandelt.

Gleichzeitig äußerte Naomi Osaka den Wunsch, dass sich der Nudelsteller das nächste Mal vor der Veröffentlichung eines Spots an sie wendet.

Im vorliegenden Fall hatte sich der Nudelhersteller von Vertretern der Sportlerin das Einverständnis für den Film eingeholt.

Mehr Achtsamkeit = stabile Glaubwürdigkeit

Meine Erfahrungen aus den Analysen und Beratungen in Unternehmen zum Thema CSR und Glaubwürdigkeit zeigen immer wieder, dass Brüche in der Glaubwürdigkeit am häufigsten durch Unachtsamkeit entstehen.

Doch das liegt in fast allen Menschen nicht an mangelnder Intelligenz der Menschen oder fehlendem Willen, sondern schlichtweg an mangelnden “Ressourcen”. Achtsamkeit erfordert Zeit sowie Resilienz, also genau die Elastizität im Denken und Tun, die den meisten aufgrund der Rationalisierung, (Selbst-)Profilierung und Profitgier abhanden gekommen ist.

Zudem leiden die meisten Menschen unter den Folgen vor allem kulturell bedingter Missachtung, die gem. Hirnforscher Gerald Hüther so schmerzhaft ist, wie eine körperliche Verletzung.

Integrale Resilienz, dialogische Gesprächskultur und das Hineinwachsen in die Bewusstheit für die eigene Würde sind daher die elementaren Bestandteile meines Konzeptes, um den Menschen in Unternehmen zu mehr Achtsamkeit zu verhelfen. Somit können Brüche in der Glaubwürdigkeit, die Imageschäden oder finanzielle Einbußen hervorrufen, vermieden werden.

Somit wird Glaubwürdigkeit schließlich zu einem zusätzlichen Vermögenswert von Unternehmen.

Wenn Sie meine Beratung wünschen, senden Sie mir gern eine Email an: angela(at)c-communication.com. Ersetzen Sie das “at” bitte durch das bekannte @

 

Wie reagiert Nissin, der Werbepartner von Naomi Osaka?

Sich zu entschuldigen ist ein elementarer Wert in der japanischen Kultur – und offensichtlich von großer Wirksamkeit! Denn die Entschuldigung des Nudelherstellers stimmte die Anleger wieder milde und ließ prompt den Wert der Aktien in die Höhe schnellen!

Nissin-Sprecher Daisuke Okabayashi bekräftigte, dass sie “Whitewashing” nie beabsichtigt hätten. Und er versprach, bei künftigen PR-Aktivitäten mehr auf die Diversität zu achten. 

Infolgedessen legten die Papiere am Donnerstag (24.01.2019) wieder um mehr als vier Prozent an Wert zu.

 

Zusammenfassung des Falls Naomi Osaka vs. Nissin:

Diese Angelegenheit zeigt zum einen, welchen wirtschaftlich gefährdenden Rattenschwanz eine einzige Unachtsamkeit hinter sich herziehen kann.

Sie zeigt auch, dass Verbraucher und Nutzer der sozialen Medien diese Unachtsamkeit schnell zum Nachteil des Unternehmens auslegen. Doppelmoral, Heuchlerei, unethisches Verhalten, Greenwashing, Whitewashing sind ihnen einfach mittlerweile zu wider.

Und schließlich zeigt dieser Fall auch:  Fehler können passieren und werden sogar verziehen, wenn die Kritiker sich wahr- und ernstgenommen werden!

Was braucht es nun noch, damit

  • Unternehmen und auch Werbeagenturen achtsamer werden
  • Kritiker wahr- und ernstgenommen werden
  • glaubwürdige Entschuldigungen bzw. Lernbereitschaft auch Einzug in westliche Unternehmenskultur hält?